
Steuerfreiheit des vererbten Familienhauses
Hintergrund dieser Regelung ist, dass das eigengenutzte Wohnheim einer Familie bei einer konkreten Verwendung gesichert werden soll als gegenständlich-räumlicher Fortbestand. (FG München 24.02. 16, 4 K 2885/14, EFG 16, 731)
Voraussetzung für diese Steuervorteile ist, dass der Erblasser die Wohnung bis zum Erbfall zu eigenen Zwecken genutzt haben muss. Hiervon gibt es im einzelnen Ausnahmen, die jedoch sorgfältig zu prüfen sind.
Zusätzlich muss gewährleistet sein, dass ein unverzüglicher Bezug des Familienheimes durch den Erwerber erfolgt. Privilegierte Personen sind ebenfalls eingeschränkt, hierbei handelt es sich nur um den Ehegatten bzw. registrierten Lebenspartner und die Kinder bzw. Waisenkinder.
Zu berücksichtigen ist hier jedoch immer, dass bei einem steuerfreien Erwerb die damit in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Schulden und Lasten nicht abzugsfähig sind. (§ 10 Abs. 6 ErbStG)
Schädlich für diese Vorsteuerfreiheit ist jedoch immer, dass einer dritten Person die Nutzung in Form eines Nießbrauches oder eines Wohnrechtes eingeräumt wird. Dies mag zwar im Einzelfall triftige Gründe haben, ist jedoch regelmäßig erbschaftsteuerlich schädlich. (IWW 03/2020 EE Erbrecht effektiv)